Die Corona-Krise hat massive negative Konsequenzen auf die Gesundheit der Menschen und zu einem dramatischen Anstieg der Arbeitslosigkeit beigetragen. Das Krisenmanagement muss sowohl auf die Eindämmung der Pandemie als auch auf die Minimierung der ökonomischen Kosten abzielen. Das Dogma des „Koste es, was es wolle“ ist schädlich, weil andere Aspekte unberücksichtigt bleiben und mögliche Überreaktionen die Krise noch verschlimmern. Je länger die derzeitige Situation andauert, umso schwieriger werden die Legitimationsprobleme des Krisenmanagements.
 
Es ist in diesem Zusammenhang angebracht, rechtzeitig über eine Exitstrategie, die auch europäisch koordiniert ist, nachzudenken. Wichtig ist, dass die Europäische Union durch Grenzschließungen und Finanzkonflikte nicht nachhaltig geschädigt wird. Solidarische Hilfe an andere EU-Staaten muss direkt, zeitnah und effektiv geleistet werden. Keinesfalls darf es zu permanenten Transfer-Automatismen (z.B.: Corona-Bonds) kommen, mit denen alles Mögliche finanziert wird, auch wenn die Krise längst vorbei ist. Wie bei jeder Krise sind auch diesmal Lehren zu ziehen. Die Krise sollte aber nicht dazu verleiten, eine komplett neue Gesellschaft auf dem Reißbrett zu errichten und mit pseudowissenschaftlichen Steuerungsfantasien (“sozial-ökologische Transformation”: Klimapolitik ohne Rücksicht auf ökonomische Anreize, Grundeinkommen, das bei genauer Analyse das Gegenteil von progressiv ist, etc. ) irgendwelche Utopien zu erschaffen.