Nach Ibizagate und Regierungsende wird im Herbst gewählt. Hat sich Kurz bei der Koalition mit den Freiheitlichen verkalkuliert? Wohl kaum. Der Wählerabfluss von der FPÖ dürfte zu seinen Gunsten ausfallen. Eine Neuauflage von Schwarzblau erscheint möglich aber auch Koalitionen mit der SPÖ, den Grünen oder den Neos.
Eine Mehrheit von Rot-Grün wird wohl nicht in Reichweite sein. Bleibt für die Sozialdemokratie nur eine Koalition mit der ÖVP oder mit der FPÖ. Koalitionen mit drei Parteien wären denkbar, aber eher unwahrscheinlich.
Wichtig ist in diesem Zusammenhang noch einmal das Thema Rot-Blau zu betrachten. Gemeinsame Beschlüsse im Nationalrat, einige davon kostenintensiv, deuten eher auf inhaltliche Nähe beider Parteien als auf Unterschiede hin. Die Koalitionsoption stärkt natürlich die Verhandlungsposition der SPÖ, auch wenn es gar nicht zu einer Koalition kommen sollte. Allein schon aus diesem Grunde sind ideologische Dogmen unbrauchbar.
Wenn die SPÖ jedoch glaubt, durch eine Koalition mit der FPÖ eine Mehrheit erringen zu können, um sich die Erneuerung ihrer Inhalte zu ersparen und einen moderneren Kurs mit Wirtschaftskompetenz zu vermeiden, wird diese Strategie nicht mit Erfolg gekrönt sein.