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57% der Österreicher wissen nicht, was Bruttoinlandsprodukt bedeutet. Am Ende der Schulpflicht glauben 58% der Schüler, dass der Staat Exporte und Importe festlegt. 40% glauben, dass der Staat die Preise festlegt. Das Wirtschaftswissen der Österreicher ist erschreckend gering.

Folglich leidet die Qualität der öffentlichen Debatte darunter, dass Viele gegenüber rationalen, ökonomischen Argumenten immun sind. Unfähig, ökonomische Grundzusammenhänge zu verstehen, werden stattdessen allerhand Absurditäten vertreten (sog. “Austroobskurantismus”).

Daher fordern wir, Wirtschaftswissen als Teil der Allgemeinbildung anzuerkennen und die schulische Vermittlung von ökonomischem Wissen neu aufzustellen.

Dabei geht es nicht, wie von ein paar Demagogen behauptet, um eine neoliberale Indoktrination, sondern um die Entwicklung eines Grundverständnisses für wirtschaftliche Zusammenhänge.

  • Wir fordern die volkswirtschaftliche Alphabetisierung Österreichs! Der Wirtschaftsunterricht soll ökonomische Grundbegriffe und -konzepte, grund-legende Zusammenhänge, die Existenz von Zielkonflikten, die Ubiquität von Budgetbeschränkungen und auch aktuelle Forschungsergebnisse vermitteln.
  • Ein Wirtschaftsunterricht kann die Demokratiequalität verbessern, da auf diese Weise die Kontrolle von Politikern durch Wähler erhöht wird. Zudem werden Wähler dadurch weniger auf populistische Konzepte hereinfallen.
  • Reform der Lehrpläne: Das Fach Geographie und Wirtschaftskunde ist zu teilen. Der Wirtschaftskunde ist eine höhere Stundenanzahl als bisher einzuräumen. Der Wirtschaftsunterricht soll bereits in der Unterstufe beginnen.
  • Die Lehrerausbildung muss die Vermittlung von Wirtschaftskunde intensivieren. Regelmäßige Fortbildung sollen verpflichtend sein.

Dieses Positionspapier wurde am 8.10.2016 vom BSA-Bundestag angenommen.